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Hilfe für den Indochinesischen Tiger

Das wichtigste Verbreitungsgebiet der Tiger, die in freier Wildbahn in Thailand leben, befindet sich im sogenannten Western Forest Complex. Dieses Waldgebiet ist ein Mosaik aus miteinander verbundenen Schutzgebieten im Westen Thailands an der Grenze zu Myanmar. Die zwölf Nationalparks und sieben Wildschutzgebiete des Komplexes bilden auf einer Fläche von 18.730 Quadratkilometern eines der grössten zusammenhängenden Waldschutzgebiete Südostasiens. In etwa 130 der noch verbleibenden 196 Indochinesischen Tiger leben in diesem Gebiet. Die beiden Nationalparks Mae Wong und Khlong Lan bieten dem Tiger einen besonders gut geeigneten Lebensraum, um dort die thailändische Tigerpopulation wiederaufzubauen. Gemeinsam mit der zuständigen nationalen Behörde, dem Department of National Parks, Wildlife and Plant Conservation (DNP), hat der WWF ein Projekt gestartet, um bis 2022 die Zahl der hier lebenden Tiger um 50 Prozent zu erhöhen. Die folgenden drei Bausteine sind Voraussetzung, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen.

1. Untersuchung der Bestandsentwicklung von Tigern und ihren Beutetiere

Damit die Erkundung von Lebensraum und Verhalten der Tiger und ihrer Beutetiere auf eine wissenschaftlich fundierte Basis gestellt werden kann, müssen Mitarbeiter der Schutzgebiete gezielt weitergebildet werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Umgang mit Kamerafallen gelegt, da sie dabei helfen, die Verbreitung der Tiger und ihrer Beutetiere zu dokumentieren. In den beiden Schutzgebieten Mae Wong und Khlong Lan wurden bisher 164 Fotofallen installiert, die in regelmässigen Abständen überprüft werden. Durch die Fotoaufnahmen konnten bisher 32 verschiedene Säugetierarten nachgewiesen werden, darunter vier klassische Beutetierarten für den Tiger: Sambarhirsch und Muntjak (ebenfalls eine Hirschart), Gaur (eine Wildrindart) und Wildschwein. Erfreulich ist ebenfalls, dass neben anderen Grosskatzenarten (Leopard, Nebelparder) zehn erwachsene Tigerindividuen identifiziert werden konnten.

2. Verbesserung des Artenschutzes, um Wilderei an Tigern zu verhindern

Um die Tiger vor Wilderern effektiver zu schützen und die Schutzgebiete besser zu kontrollieren, müssen thailändische Wildhüter geschult und eingesetzt werden. Diese müssen in verschiedenen Disziplinen eingearbeitet werden, wie beispielsweise Erkundungstechniken, Patrouillenausbildung und Kartografie. Bisher wurden bereits mehr als 100 Wildhüter geschult, die nun in den beiden Nationalparks im Einsatz sind und in kleinen Teams von jeweils fünf bis sechs Mitarbeitern die Schutzgebiete erkunden und bewachen.

3. Verstärktes Miteinbeziehen der Bevölkerung in die Schutzbemühungen, um die Nachhaltigkeit des Tiger- und Naturschutzes zu gewährleisten

WWF-Mitarbeiter sind regelmäßig in Schulen im Einsatz, um Kinder und Jugendliche über die Bemühungen zum Schutz des Tigers zu informieren. So konnten über das WWF-Umweltbildungsprogramm in der Pufferzone der Nationalparks bereits mehrere Tausend Schüler und Studenten zur Bedeutung von Umwelt- und Artenschutz geschult werden. Zudem ist es auch Aufgabe der Wildhüter, in einer umfassenden Aufklärungsarbeit in den Dörfern über die Auswirkungen des illegalen Wildtierhandels zu informieren und die lokale Bevölkerung in die Schutzarbeit miteinzubeziehen. 

 

Und so helfen wir...

Da der kontinuierliche Einsatz von Wildhütern der größte Erfolgsfaktor ist, um das Überleben der Tiger und das Ansteigen ihrer Anzahl sicherzustellen, fokussiert sich die "A World for Tigers Foundation" auf den Bau von Wildhüterstationen und die Ausbildung neuer Wildhüter in Mae Wong, Khlong Lan und in Myanmar.

Mit über 100 Wildhütern, die bisher im Einsatz sind und 164 installierten Fotofallen, ist bereits eine solide Basis für den Erfolg in diesem Gebiet geschaffen worden. Für einen erfolgreichen und nachhaltigen Schutz der Tiere, der vor allem auch ein Anwachsen der Population ermöglicht, brauchen wir jedoch noch weitere Wildhüter, die direkt gegen Wilderer vorgehen, verletzte Tiere aus Drahtschlingen befreien und in einer umfassenden Aufklärungsarbeit in den Dörfern über die Auswirkungen des illegalen Wildtierhandels informieren.

Alle Spendengelder, die der "A World for Tigers Foundation" zur Verfügung gestellt werden, fliessen daher zu 100% in den Einsatz von Wildhütern, ihrer Ausbildung und Ausstattung sowie den Bau von Rangerstationen.

Der geeignete Lebensraum in Thailand und Myanmar, die bisher guten Resultate bei der Einbindung der Bevölkerung in Schutzmassnahmen sowie die Bereitschaft der thailändischen Regierung zu einer Zusammenarbeit sind allesamt überaus erfolgversprechende Faktoren, die thailändische Tigerpopluation wiederaufzubauen und bis 2022 die Zahl der wild lebenden Tiger in Thailand um 50 Prozent zu erhöhen!

Helfen Sie uns, dieses grosse Ziel zu erreichen - es ist noch nicht zu spät!